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Geschichte des Hotels

 
Das Haus am Kaiserdamm 27 wurde 1009 von den Architektenfreunden Conrad Heidenreich und Paul Michel zusammen mit den Nachbarhäusern 26 und 28 gebaut. Beide haben mehrere Häuser am Kaiserdamm und im Westend gebaut und den Stil am Kaiserdamm entscheidend geprägt. Das berühmteste noch erhaltene und restaurierte Bauwerk heute ist die Weinhandlung Huth, die in Berlin Mitte steht. Das Haus Kaiserdamm wurde von Ärzten und Archtekten bewohnt.

 
 
Die Pension Mania wurde erst 1957 von meiner Oma (geb.1908) in der 4. und 5. Etage im Haus gegründet. Das Haus hatte mein Vater Harry Brandies 1957, von seinem Großcousin Walter Wett, einem erfolgreichen Berliner Konditormeister, geerbt. Meiner Oma gelang es meinen Vater von ihren Geschäftskünsten zu überzeugen. Er vermietete ihr die beiden schönsten Wohnungen in den oberen Geschossen. Sehr einfallsreich und mit viel Improvisationstalent richtete sie die ersten 14 Zimmer. Ein altes Piano stand auf der Diele in der 5. Etage und dort wurde gefeiert, musiziert und gesungen. Meine Oma schlief in einem Eckchen in der Hotelküche (heute #54) und lebte für die Pension. Ihr verdientes Geld hortete sie unter der Matratze und ihr Erspartes tauschte sie in Goldmünzen ein, die mich kleines Mädchen sehr beeindruckten. Die Pension lief gut durch die Nähe zum Messegelände und zum Kurfürstendamm.
 
   
Als die Mauer 1962 gebaut wurde, befürchtete meine Oma, dass Berlin von den Westalliierten aufgegeben werden könnte. Meine Oma und meine Eltern verließen daraufhin Berlin. Für die Pension Mania wurden bis 1982 unterschiedliche Mieter gefunden, die das Geschäft weiter führten. Hohe Instandsetzungs- und Betriebskosten führten zu einer Neuorientierung meines Vaters. Er suchte einen neuen, zuverlässigen Pächter, der einen Anteil an diesen Kosten tragen würde. Meine Chance war gekommen. Schon als kleines Mädchen mochte ich die Atmosphäre in der Pension Mania. Es gelang mir mit Hilfe meiner Mutti, meinen Vati zu überzeugen, die Pension in meine Hände zu legen. Mein Startkapital waren 10 000 DM aus dem Verkauf einer Ruine mit Ziegenstall in einem hessischen Dorf, die mir meine Oma geschenkt hatte, um mich bei diesm Projekt zu unterstützen. Mit jugendlichen Schwung und vor allem mit der Hilfe meiner Schwester Gabi, stürzte ich mich in die Selbstständigkeit. Mit einem Telefon, um beim Verkehrsamt telefonisch jeden Morgen unsere freien Zimmer zu melden und einem von der Brauerei gesponserten beleuchteten Ausleger mit unserem Namen fingen wir an. Die Pension Mania hatte zu diesem Zeitpunkt genau 12 Zimmer, ein Frühstückszimmer, eine Küche und zwei Dachmansarden mit dem romantischen namen Halb und Vollmond anzubieten. Das Büro befand sich in unserer Privatwohnung nebenan auf unserer Musiktruhe in der Küche. Das war durchaus ausreichend. Alle Zimmer hatten ein Waschbecken und zwei Zimmer konnten sogar eine frei im Zimmer stehende Duschkabine vorweisen, was 1982 sehr modern war. Eingerichtet waren wir mit gebraucht gekauften Schlafzimmern und ersteigerten Möbeln. Die Zimmer waren blitzsauber, aber teilweise mit Möbeln und Gardinen von anderen Hotels ausgestattet, die dort herausgerissen wurden und für ein Trinkgeld nicht zur Kippe, sondern zum Kaiserdamm gefahren wurden. Alles lief besser als erwartet. Meinen ersten Dämpfer bekam ich durch die gerichtliche Aufforderung auf den Namen Mania zu verzichten. So musste die Pension Mania im Sommer 1982 in die Pension Brandies, meinen Mädchennamen umbenannt werden.
 
  
Mein erster Gast, Herr R., mietete #40 für 37 DM inklusive Frühstück pro Tag für eine Woche. Wir hatten pro Etage nur das Etagenbad, heute das Bad von Zimmer 40 und 50 und eine zusätzliche Toilette, in der sich heute die Wäschekammern befinden. Morgens standen die Gäste Schlange vor dem Bad. Ein großes Problem war, dass die Gäste aus den Mansardenzimmern auf der Empore (heute #62) überhaupt kein Waschbecken hatten. Um ins Etagenbad zu gelangen, mussten sie ungewaschen mit verstrubbelten Haaren durch den Frühstücksraum gehen. Das war sehr peinlich und führte zu unserer ersten Renovierung: die Empore bekam Wasser und eine Toilette.
 
Mein Mann und ich waren im Praktischen Jahr, es gab schon die kleine Aline und dadurch nicht viel freie Zeit. Meine Tante Evi, Frau Fuldt, wurde als Allroundkraft für die Pension eingestellt, Frau Kanski übernahm den Nachmittagsdienst und nachts machten wir einfach zu. Wenn doch jemand kam, hörten wir die Klingel und mussten runter fahren, um die Haustüre zu öffnen. Wenn die Türe offen blieb, nutzten das manchmal Obdachlose um im Winter im warmen Hausflur oder auf dem Dachboden zu schlafen. Das führte zu unangenehmen Diebstählen wie zum Beispiel der gesamten Würste aus der Küche, also musste eine ordentliche Schließanlage im Haus installiert werden.
  
Ein großer Schritt für uns war die Einrichtung eines Büros hinter der Küche (heute Bad von #54), die Ausstattung aller Zimmer mit einer Dusche, die Anschaffung einer Telefonanlage und der Aufbau einer Rezeption in der Diele der 5. Etage. Als 1984 die 2. Etage frei wurde, entschloss ich mich, die Pension zu vergrößern. Meinen ersten Bankkredit in Höhe von 20 000 DM bekam ich nur, weil als Sicherheit unser Auto, ein alter Volvo verpfändet wurde und mein Mann mit seinem Assistenzarztgehalt für mich bürgte. 1985 kam die 3. und 1987 die 1. Etage hinzu. Wir waren fortan die Hotel-Pension Brandies und bekamen 1987 von der Deutschen Hotelklassifizierung der Stiftung Warentest 3 Sterne verliehen. Mein sogenanntes Röhrenprojekt, der Einbau aller Bäder wurde 1985 gestartet: vom Dach bis zum Keller wurden neue Wasser- und Abwasserstränge eingezogen. Gleichzeitig bekamen alle Zimmer einen Telefon- und Kabel TV Anschluss. Als das fertig war und die Hotel-Pension die größten Kreditrückzahlungen leisten musste, bekam mein Mann das Angebot als Doktorand für 2 Jahre nach USA an die Yale Universität zu gehen. Also haben wir uns mit 4 Kindern aufgemacht und das Hotel in Tante Evis Hände gelegt. Das war ein großes Wagnis, aber meine Tante hat den Betrieb mit ihrer Persönlichkeit über alle Klippen hinweg sehr gut geführt. Das Konto war nach dem Riesenprojekt Badeinbau wie leergefegt, die Kredite mussten bedient werden und die Rezeption habe ich noch schnell vor der Abreise nach USA von Bleistiftlisten auf Computerprogramm und Reservierung per Fax umgestellt. Das war 1989 ausgesprochen modern und wurde von meinen nach anfänglichen Argwohn sehr gut angeniommen.
    
Zu unserer Überraschung wurde im November 1989 die Mauer geöffnet und Berlin mit Gästen überschwemmt. Evi stellte jede Menge Zusatzbetten auf. Das Brandies lief ausgezeichnet, der Betrieb und die Familie waren gerettet. 1991 kamen wir mit der Familie nach Berlin zurück. Mein Mann fand leider in Berlin keine volle Stelle an der Universität. Er ging zunächst allein zurück nach USA, dann nach Frankfurt, wohin die Familie folgte. Wir beschlossen trotz des finanziellen Wagnis, den nächsten großen Schritt von der Hotel-Pension zum Hotel zu wagen und Rezeption mit Frühstückszimmer aus der 5. Etage ins Erdgeschoss zu verlegen. 1992 wurde aus einem Elektroladen und der hinteren Garage unsere Rezeption mit Frühstücksraum, Küche und Umkleideraum der Mitarbeiter. Der Umbau verschlang eine Million DM, erlaubte aber die Verwandlung der Hotel-Pension in ein Hotel. Das Brandies in seiner heutigen Gestalt mit 24h Rezeption und Lobby war entstanden. Der schöne Garten im Hof konnte angelegt und im Sommer zum Frühstücken genutzt werden. In den letzten sechs Jahren wurden alle Bäder modernisiert und alle Zimmer mit Hotelmöbeln der Firma Neubert ausgestattet. Im Dezember 2012 entstand der Frühstücksraum neu mit einem professionellen modernen Büffet. Im Dezember 2013 haben wir die Rezeption überholt und den Renovierungscyclus der sechs Etagen wieder neu eröffnet. 
 
Ich möchte mich bei allen Gästen, aus der Anfangszeit und aus der Gegenwart, für das entgegengebrachte Vertrauen in die Qualität des Brandies herzlichst bedanken. Unser Team vom Hotel Brandies und ich schauen dank der vielen guten Bewertungen unserer Gäste mit Zuversicht in die nahe und fernere Zukunft.

Wenn Sie eine gute Idee haben, wie wir uns weiterhin verbessern können, bitte sagen Sie es uns.
 
Berlin, Juni 2015
Sibylle Korbmacher